Stop & Breathe – Wenn etwas Neues entsteht im Tango (und im Tango Business!)

Der Tango Argentino besteht aus Schrittkombinationen, ein Schritt, eine Figur nach der anderen – und das möglichst flüssig hintereinander weg getanzt, passend zur Musik natürlich. Doch unter diesen Schrittkombinationen brauchen wir ein Fundament, damit das Tanzen sich auch schön anfühlt und wir wirklich gemeinsam tanzen. Dieses Gemeinsame braucht ein Innehalten und einen Platz im Tanzen für den Dialog. Stop & Breathe ist ein Weg, um dieses Gespräch mit unseren Tanzpartner*innen zu beginnen. Und in Pausen entsteht eben auch Raum für Neues!

Welche neue Figur lernen wir heute?

Meine Schüler*innen kommen oft mit dem Wunsch nach neuen Figuren in den Unterricht, und das ist toll! Es gibt nichts Schöneres für mich als Lehrer, als Begeisterung und Neugier für das Thema, was mich am meisten fasziniert. Gleichzeitig möchte ich mir beim Tanzen und beim Unterrichten Zeit lassen für den Dialog mit meinen Tanzpartner*innen und mit meinen Schüler*innen. Um beides miteinander zu vereinen, unterrichte ich eine „Figur“ namens Stop & Breathe.

breatheEinfach stehen bleiben – das ist doch keine Herausforderung!

Auf den ersten Blick scheinen Pausen uns in unserem Alltag zu begleiten – auf der Arbeit, ein Kaffee zwischen Spülen und Abtrocknen zuhause, beim Warten auf den Bus. Wenn wir aber versuchen, wirklich nur inne zu halten und zu atmen, fühlt sich das für viele doch komisch an. Die Suche nach dem Handy, einer Zeitschrift oder WhatsApp und Co schafft Abhilfe. Und im Tanzen? Wenn wir führen, haben wir vielleicht Angst, unsere Folgenden denken, dass uns nichts mehr einfällt. Als Folgende sind wir vielleicht nervös, weil wir denken, ein wichtiges Signal verpasst zu haben. Und dann stehen wir etwas unbeholfen, vielleicht verlieren wir das Gleichgewicht etwas, und sind froh, wenn es endlich weiter geht.

Was soll man denn in so einer Pause machen?

Deshalb gebe ich die Anweisung, während einer Pause zu atmen. So haben wir etwas zu tun, und atmen entspannt ungemein. Manchmal bringe ich eine Klangschale mit, auf deren Klang hin eine Pause gemacht werden muss. Die Pause im Tanzfluss lässt uns die Freiheit, in unsere Umarmung zu spüren – fühle ich mich noch wohl? Oder sind mir die Schultern schon wieder unter die Ohren gerutscht? Halte ich mich an meiner Tanzpartner*in fest? Und wir können ohne Stress auf die Musik und unsere Umwelt hören – inspiriert mich die Musik zu einer bestimmten Bewegung?

Stop & Breathe im Leben – und bei Queer Tango Berlin

In unserem Alltag tut uns ein Innehalten ebenfalls gut. Astrid Weiske und ich haben uns gemeinsam dazu entschlossen, eine kreative Pause zu machen bis zum Queer Tango Festival 2017. Unsere Milonga und einige Workshops mit Gastlehrer*innen wird es trotzdem geben – aber unser Unterricht wird bis zum Festival pausieren. Privatstunden im kleinen Rahmen (ein bis drei Paare) werden wir natürlich weiter unterrichten!

Wir haben Lust auf Veränderung!

Und sammeln fleißig Ideen. Was fühlt sich gut und passend zu uns an? Und wozu inspiriert uns unsere Umwelt? Astrid Weiske ist noch bis März im Ausland und wird mit vielen Ideen von dort zurück kommen. Und wir wünschen uns ebenfalls Feedback unserer Schüler*innen – einige Ideen und Kommentare sind bereits bei uns gelandet – gerne mehr davon! Schreibt mir gerne über Facebook oder eine Email an ilaialexanderjess [at] gmail(punkt)com.

Vielen Dank für eure Unterstützung, eure Fragen, eure Ideen, eure Kommentare und euren Spaß und Einlassen auf meinen Unterricht! Es hat mir sehr viel Freude gemacht, so engagierte und offene Schüler*innen zu unterrichten. Und ich freue mich auf alles Neue, was nun passieren wird. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Bild von Kristina Daley.

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